Handsatzlettern ÜD Die Donau vom Schwarzwald bis Passau Das im Verlag Passavia, Passau, mit 160 Fotos, 8 Farbtafeln und 20 Text- illustrationen erschienene Buch ist ein typografisches Meisterwerk des Her- ausgebers Josef Biller. Schilderungen aus frühen Chroniken, Reiseberichten, Briefen und Tagebüchern leiten das Werk ein. Den groben Bildteil erlau- tert ein interessanter Text, der so- wohl die Naturschönheiten dieses Ge- bietes als auch den politischen Wech- sel und die kulturgeschichtlichen Ent- wicklungen von Stadten, Schlössern, Klöstern und Kirchen behandelt, die sich in so vielfaltiger Art dem Lauf dieses uralten Stromes anreihen. Un- gestört von den Legenden bleiben die Fotos durch eine übersichtliche Aus- schlagtafe! eine nachahmenswerte Lösung. Auf einer Clbersichtskarte finden sich alle erwahnten Orte und lassen sich eigene Reisen planen. Ein Namen-Sachregister und ein Li- teraturnachweis helfen dem Leser, der sich noch intensiver mit dem Thema befassen will. Die schwierige redaktionelle Aufgabe dieses mit ho- hen Ansprüchen geplanten Buches ist im ganzen gut bewaltigt, nur er- scheint uns die Auswahl der Land- schafts- und Industrieaufnahmen nicht immer gleichwertig zu den meister haften Fotografien der Kunstdenk maler. Doch ist das sonst sorgfaltig bearbeitete Werk als eine erfreuliche Neuerscheinung über dieses beson- ders eindrucksvolie Kulturgebiet zu begrüben. Es erganzt den bereits er- schienenen Band Die Donau von Passau bis Wien». Preis in Ganzlei- nen 58 DM. sh Shakespeare-Marchen bringt der Kinderbuchverlag Berlin, DDR, für etwa Elfjahrige. Sozusagen als Vorprobe für den spateren The- aterbesuch erzahlt Franz Fühmann den Kindern Perikles Ein Sommer- nachtstraum Das Wintermarchen «Der Sturm», nach den Theaterstuk ken des groben Dramatikers. Er ver- sucht keine aktuell-moderne Umwand- lung des Originaltextes. Mit seiner schonen, farbig-dramatischen, ins Kindliche vereinfachten Sprache bleibt er in Shakespeares Atem, und da- durch ist die Idee des Buches beson- ders gut verwirklicht. Bernhard Nast unterstützt ihn mit groBzügigen Kohle- und Kreidezeichnungen in fei- ner Farbstufung und nobler Verein- fachung. Manche Seiten sind atmo- spharisch besonders dicht im Ein- druck, z. B. die groBe, unheimlich schwarze Flotte unter grauer Wolke auf der Verfolgung der beiden zier- lichen Segler des Perikles im hellen Sonnenwasser oder Lysander und Hermia, verwunschen im nachtlichen Wald, unter Strauchern, Mondlicht und Eulenruf schlafend. Text und 11lu- strationen werden von einer ausge- wogenen Typografie ergënzt. sh Diogenes Es ist dankenswert, daB sich der viel- seitige Diogenes-Verlag in Zurich des im Vorjahre verstorbenen französi- schen Karikaturisten Chaval angenom- men und nun die 400 besten seiner Zeichnungen in einem stattlichen und dabei doch noch handlichen Sonder- band mit dem Titel Zum Lachen und zum Heulen» zusammengestellt hat. Seine Freunde haben nun die schone Gelegenheit, eine besinnliche Rück- schau halten zu können auf das Werk dieses Künstlers, der einer der weni- gen groBen Meister in seinem Fach war, und sich über seine rein zeichne- risch zwar meist lapidaren, aber von einem stillen, geistvollen und hinter- gründigen Humor erfüllten Cartoons zu freuen. Und dabei kann man sich dieses Vergnügen für nur 14,80 DM verschaffen, ein biliiger Preis für einen so kraftigen Band im Umfang von über 330 Seiten. In diesem Zusammenhang sei gleichzeitig auf eine andere Sparte der Verlagstatigkeit von Diogenes hingewiesen, und zwar auf seine Kin- derbilderbücher, von denen uns drei schmale Bande vorliegen. Es sind gut bearbeitete deutsche Ausgaben ameri- kanischer Originalausgaben mit den Titeln Hans und Heinz Herr Hase und das schone Geschenk» und Schly Mandli(Der kleine Mann), die textiich und bildhaft in glücklicher Form auf die Mentaliteit kleiner Kin der abgestimmt sind. eh Produktionsgrundlagen für Zeitungsrotationsmaschinen Emil Agstaller schuf in Zusammen- arbeit mit der Akademie für das Gra- phische Gewerbe in München dieses sehr übersichtlich und vollstandig an- mutende Büchlein über das Aus- schieBen im Zeitungsrotationsdruck, wie es in der Einleitung heiBt, für Studierende und Ehemalige im Bund Münchener MeisterschülerEs ist aber zu hoffen, daB dieses ein Spe- zialgebiet im grafischen Gewerbe ansprechende Werk alien Verlegern, Redakteuren, Anzeigenleitern und Zei- tungsdruckern zuganglich gemacht wird, denn sicher ist es für viele von ihnen eine bisher vermiBte Hilfe. hh Grundlagen der polygrafischen Techniken Ein Handbuch für alle, die in irgend- einer Form mit dem grafischen Ge werbe verbunden sind. Aber auch Fachleuten kann dieses auf den neue- sten Stand gebrachte Werk aktuelle Informationen bieten. Grafiker, Wer- befachleute und Hersteller können selbst prüfen, ob und in welcher Form sich ihre Ideen verwirkiichen lassen. Folgende Themengruppen wer den angesprochen: Werk- und Foto- satz, Zeitschriften- und Zeitungsher- stellung, Reproduktionsfotografie, Che- migrafie, alle Druckverfahren, Buch- binderei sowie Farben- und Papier- herstellung. Grundlagen der poly grafischen Techniken» ist im Verlag Erich Lezinsky, 1 Berlin 20, Postfach 229, erschienen und kostet im hand- lichen Plastikeinband 36 DM. hh Gute Sicht Gute Sicht», die Werkzeitschrift der Optischen Werke G. Rodenstock in München-Ebersberg-Regen, hat sich für das Heft 29/69 ein hübsches und originelles Titelfoto ausgesucht: Ein junges, reizendes Madchen, sehr na- türlich fotografiert, balanciert auf einem Finger eine - natürlich - Ro- denstock-Brille. Die abwechslungs- reichen, nicht im geringsten trockenen Beitrage machen mit so manchen Neuheiten auf dem optischen Sektor bekannt, befassen sich mit dem Innen- und AuBendienst, führen auch in die Patentabteilung des Werkes und lassen nicht zuletzt auch Humor und Witz zu Worte kommen. Profes sor Dr. Rolf Rodenstock richtet Worte an die Führungskrëfte der Firma, die sicherlich alien Mitarbeitern aus dem Herzen gesprochen wurden. Diplom- kaufmann Hans Möller und Karl-Heinz Pickelmann stellen die Mitarbeiter des Rodenstock-AuBendienstes mit Foto und entsprechenden Steck- briefen vor; ehrlich gesagt, es sind nur sympathische Gesichter. Chef- redakteur (M. C. Reichenbach) und alle Mitarbeiter waren darauf be dacht, die vorzüglich gestaltete und ebenso vorzüglich bebilderte Werk zeitschrift in den Grenzen einer sach- lichen Werbung und Aufklarung zu halten, was ihnen auch gelungen ist. Layout und Grafik (E. Huber-Peik, Augsburg), Klischees (Behnsen Co., Augsburg) sowie der wohltuende Druck von Ernst Kieser KG, Grafi- scher Betrieb, Augsburg, verdienen ebenfalls hervorgehoben zu werden. (Herausgeber: Optische Werke G. Rodenstock, 8 München 5, Isartal- straBe 39, Redaktion «Gute Sicht».) Grünverschlossene Botschaft - 90 Traume» lm Herzen einer Grille das Cello zu streichen», sei ein haufiger Traum, meint H. C. Artmann, dessen skurrile Phantastik sein Traumbuch füilt, dem er den Titel Grünverschlossene Botschaft - 90 Traume» gegeben hat und das im Residenz-Verlag in Salz burg erschienen ist. Natürlich kann man ohne weiteres behaupten: Ein verrücktes Buch aus verrückten Ge- danken. Artmann lieB sich von den 90 Zahlen des österreichischen Klei nen Lottos und den ja zumeist unfrei wi llig komischen babylonisch- agyptischen Traumbüchern des klei nen Mannes inspirieren. Angeregt von Gaspard de la Nuit, von der Barocklyrik, von Garcia Lorca, Ghel- derode und von der Commedia dell' arte, von Comic-strips und von Volks- liedern und Marchen, hat H. C. Art mann immer wieder in Tagebüchern, Gedichten, Kasperliadenund Schelmengeschichten dieses sein Traumreich bereist. Er hat damit so eine Art Kosmos geschaffen, dessen Zusammensetzung u. a. auch von Pop-Art, Surrealismus und magi- schen Motiven bestimmt wird. So erscheint zum Beispiel Stalin als «Feschak», wahrend Brigitte Bardot von einer Mondsichel auseinander- geschnitten wird. Artmann spart auch nicht mit mystischen Begegnungen: Robinson Crusoe und Sherlock Hol mes, Dracula und Jack the Ripper. Sie alle begegnen auch dem, der ge- willt ist, Artmanns Traume mitzutrau- men. Wie schon erwahnt, ein ver rücktes, aber höchst originelles Buch, dem der Wiener Maler, Grafiker und Zeichner Ernst Fuchs durch seine, diesen 90Traumen angepaBten Zeich nungen eine besondere Note verlieh. Fuchs, 1930 in Wien geboren, ist ohne Zweifel ein bedeutender Ver- treter der Wiener Schule der phan- tastischen Realisten Ausstellungen in Europa und übersee trugen ihm viel Lob ein. lm Jahre 1966 erschien sein Buch Architectura caelestis - Die Bilder des verschollenen Stils». H. C. Artmann, auch in Wien gebo- Lettern-Service Ingolstadt, Verkaufsabteilung der Johannes Wagner GmbH, SchriftgieQerei Messing- linienfabrik, 807 Ingolstadt, Römerstr. 35-37, Postfach 227, Ruf COrtskennzahl 0841J 2447 und 58047 Schrift: Edel Grotesk breitfett und breithalbfett nach DIN Norm 1451 Buchdrucksch riften Umd rucksch riften PI akatsch riften We rbesch riften Messinglinien Blindmaterial sowie Maschinen und Utensilien für Handsatz und für Fotosatz 73

Gebrauchsgraphik de | 1970 | | page 77