WETTBEWERBE 14. Eurostar-Verpackungswettbewerb 1971 Der diesjahrige 14. Eurostar-Wettbe- werb wird, wie die EUROPEAN PACKAGING FEDERATION (EPF) mitteilt, im Dezember 1971 in Spa- nien durchgefuhrt. Die Preisvertei- lung und Ehrung der Preistrager er- folgt im April 1972 anlablich der in Barcelona stattfindenden Graphis- pack, auf der die international pra- miierten Verpackungen ausgestellt werden. Voraussetzung für die Teilnahme am Eurostar-Wettbewerb ist, dab die eingesandten deutschen Verpackun gen im DVW einen Preis errungen haben. MITTEILUNGEN Zweite Internationale Grafikertagunc, in Brüssel Die zweite internationale Grafikerta- gung des Chambre Beige des Gra- phistes fand am 26. Marz 1971 un- ter grober Teilnahme fachinteressier- ter Kreise im Auditorium 44 in Brüs sel statt. An den Vormittagsreferaten nahmen 350 Personen teil. Es wurden folgende Referate gehalten: FERNAND BAUDIN, Belgien - Korrespondent für Europa der Zeit- schrift Journal of Typographic Re search Thema: Van de Velde und die Typografie DANIEL PERAYA, Belgien - Lehrbeauftragter für Semiologie an der Staatlichen Hochschule für Archi- tektur und visuelle Kunst in Brüssel. Thema: Magnifique, la luxure (Betrachtungen über die Semiologie des Bildes). ROB DE HERT, Belgien - Leiter des Fugitive Cinema, Antwer pen. Er zeigte zwei Trickfilme: The pink elephantund Something happened on may way to Golgotha Auberdem wurde der grobartige Kul- turfarbfilm von Luc de Heusch über Pierre Alechinsky vorgeführt. An den Vortragen am Nachmittag mit den nachstehend aufgeführten Referaten nahmen mehr als 450 Per sonen teil: HANS KUH, Deutschland - Chefredakteur der Zeitschrift Ge- brauchsgraphik, International Adver tising Art Er sprach in einem Dia- vortrag über die Tendenzen der heutigen deutschen Gebrauchsgra- fik RENE DE JONG, Niederlande - Direktor von GVN (Graphische Vorm gevers Nederland). Thema: - Die Entwicklung des Gra- fikerberufes in den Niederlanden GÉRARD BLANCHARD, Frankreich - Leiter der Groupe des Rencontres de Lure Thema: Stereofonie im Zeichen- trickfilm GILLES FISZMAN, Belgien, zeigte unter Mithilfe von Louli Van Wyns- berghe und Guy Schockaert 19 audiovisuelle Experimente unkonven- tioneller oder provozierender Filmre- portagen von Pierre Cordier, Jacques Evrard, Josse Foggin, Paul Horvath, Roland Denaeyer, Michel Waxmann, Jacques Richez, Michel Rubbens, Louli Van Wynsberghe, Pitchen, Be- noit de Pierpont, Guy Schockaert, Gilles Ehrmann usw. Organisator der Tagung war C.B.G. (Chambre Beige des Graphistes). Verantwortlich für Programm und Durchführung: Luc Van Malderen. Allgemeine Koordination: Michel Waxmann und Manfred Hürrig, Michel Olyff, Gilles Fiszman und weitere Grafiker des C.B.G. Die Tagung entsprach der Vielfalt der vorgetragenen Themen: Sie brachte eine lebendige Dokumenta- tion aller zeitgenössischen Gestal- tungsmöglichkeiten im Bereich der visuellen Kommunikation. Darüber hinaus wurden zahlreiche berufliche und menschliche Kontakte geschlos- sen, die die Landesgrenzen aufhoben. Brüssel zeigte, dab es, wie im Mit- telalter, auch jetzt im 20. Jahrhundert ein internationales Zentrum ist. Die besten Plakate des Jahres Auf seiner Sitzung im Stuttgarter Parkhotel beschlob das Presidium des Deutschen Werbeklubs (dwk), der kürzlich dem Deutschen Plakat- museum e. V. kooperativ beigetreten ist, sich des altesten Werbemediums anzunehmen und den geplanten Jah- reswettbewerb Die besten Plakate des Jahres bereits erstmalig für das Jahr 1971 durchzuführen. Die prami- ierten Arbeiten sollen dem Fundus des Plakatmuseums zur Verfügung gestellt werden. Eine Ausstellung der ausgewahlten Arbeiten wird in Uber- einkunft mit dem Plakatmuseum in Essen gezeigt werden. Die Aus- schreibungsunterlagen werden nach dem 1. 6. 1971 herausgegeben. Münchner Plakatjury In München, der Stadt mit dem rela- tiv gröbten Plakatanschlag Deutsch- lands, konstituierte sich eine Plakat jury, die sich zum Ziel gesetzt hat, das allgemeine Plakatniveau zu för- dern. Durch monatliche Pramiierun- gen werden die besten zum An- schlag kommenden Plakate auf dem kulturellen und wirtschaftlichen Sek- tor bewertet. Das Ergebnis wird durch Presse und Rundfunk bekannt- gegeben. Es ist auberdem vorgesehen, jahrlich einmal die innerhalb von zwölf Mo- naten ausgezeichneten Plakate öffent- lich auszustellen. Auftraggeber, Ent- werfer und Drucker erhalten für ihre pramiierten Plakate Anerkennungsur- kunden verliehen. Mabgebend für die Beurteilung der Plakate sind die künstlerische Qualitat und ihre Wer- beaussage, nicht dagegen der Ge- genstand oder das Ziel der Werbung. Die Plakatjury, unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Herbert Hohenemser, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, setzt sich wie folgt zusam- men: Frau Dr. Martha Dreesbach, Direkto- rin des Münchner Stadtmuseums; Professor Dr. Dr. Walter Keim, Mi- nisterialdirigent, Bayerisches Staats- ministerium für Unterricht und Kul- tus, München; Professor Richard Roth, Akademie der bildenden Künste, München; Ernst Klatt, Direktor der Deutschen Stadte-Reklame GmbH, München; Hans Kuh, Chefredakteur der Zeit schrift Gebrauchsgraphik Internatio nal Advertising Art F. Bruckmann KG, München; Wolfgang Baum, Vorsitzender des Bundes Deutscher Grafik-Designer Gruppe Bayern e. V., München. Für die ersten drei Monate des Jah res 1971 wurden bereits die folgen- den Plakate als die besten des je- weiligen Monats pramiiert: Januar Ausstellungsplakat Funktionale Ge- staltung im 19. Jahrhundert» der Neuen Sammlung, München. Entwurf: Rolf Müller, München. Februar Faschingsplakat Venezianische Nacht im Haus der Kunst, München. Entwurf: Hans Dumler, München. Zigarettenplakat Roth-Handle der Badischen Tabak-Manufaktur, Lahr. Entwurf: Herbert Leupin, Basel. Marz Filmplakat Walt Disney's Fantasia Der Entwurf stammt aus den USA. Bierplakat Wenn der Berg ruft, geht's auf zum Salvator der Pau- laner-Salvator-Brauerei, München. Entwurf: Werbeagentur Dorland, München. Sikkens-Preis 1971 für Richard Paul Lohse Die Jury des Niederlandischen Sik- kens-Preises hat dem 1902 gebore nen Schweizer Maler Richard Paul Lohse den Preis für das Jahr 1971 zuerkannt. Den mit dem Preis verbundenen Geldbetrag hat Lohse jungen nie derlandischen Künstlern, mit deren Bestrebungen er sich verbunden fühlt, zur Verfügung gestellt. Die Arbeit von Lohse reprasentiert beinahe ausschlieblich dasGebiet der Malerei. Trotzdem vertritt die Jury die Meinung, dab seine theoretische und künstlerische Arbeit ein wichtiger Beitrag zum Problem der Farbe im Raum ist, auf Grund deren ihm der Sikkens-Preis zuerkannt wird. Seit Beginn der vierziger Jahre ent- wickelte Lohse eine Gestaltungs- systematik auf rationaler Grundlage, die neue Möglichkeiten für die An- wendung und den Ausdruck der Far be in der Umweltgestaltung enthalt. Diese Umwelt wird in zunehmendem Mabe durch Rationalitat und Stan- dardisierung der Bauweise bestimmt. Nur eine Denk- und Arbeitsmethodik, die parallel zu dieser Entwicklung eine neue Struktursystematik entwik- kelt, wird in der Lage sein, der durch Haufung öfters entstehenden Gleich- förmigkeit modellhafte Beispiele ent- gegenzusetzen. Lohses neue Farbsystematik basiert einerseits auf der seriellen Organi sation grober Farbmengen, anderer- seits auf dem Vertikal-Horizontal- Prinzip von Rasterfeldern, auf dessen Grundlage modulare Ordnungen ent- stehen. Das durch die Verbindung von Ra tionalitat und Intuition bestimmte Werk von Lohse enthalt deshalb die Möglichkeit, neue richtunggebende Impulse, die zur Identifizierung un- serer Umwelt notwendig sind, zu geben. Strenge Jury Die fünfzig Bücher 1970, Bundes- republik Deutschland in der Stif- tung Buchkunst Am 23. April 1971 fallte eine strenge Jury die Entscheidung: Nur 41 Bücher wurden der Pramiierung für würdig befunden. Das braucht aber nicht An- lab zu pessimistischen Betrachtungen zu sein, auch in früheren Jahren gab es schwachere Jahrgange (1964 waren es 45, 1963 gar nur 37 Titel). Die ausgezeichneten Bücher jedoch lassen nichts von Schwache erken nen, sie können als Mabstab für die Buchproduktion gelten. Auffallend gut: die Kataloge, die Bilderbücher. Dafür die Jugendbücher urn so schlechter: Kein einziges konnte prë- miiert werden. Erfreulich das Bemü- hen um Gestaltung wissenschaftlicher Bücher, hier scheint die zopfige Tra dition des 19. Jahrhunderts langsam überwunden zu werden. Interessant die Auswirkung experimenteller Ar beiten der letzten Jahre auf die normale Buchproduktion. Frucht- bare Landschaft. Die fünfzig Bücherwerden auf vielen Ausstellungen im In- und Aus- land gezeigt. Eine Besonderheit wah- rend der Buchmesse: Die Stiftung Buchkunst, Frankfurt am Main, So- phienstrabe 8, wird die pramiierten Bücher und alle Einsendungen zum Wettbewerb (mit den Bewertungs- karten!) zeigen. Wer nicht kommt und vergleicht, darf nicht kritisieren. Hansen-Bahia - Retrospektive Die bisher umfassendste Ausstellung von druckgrafischen Werken des in Brasilien lebenden deutschen Holz- schneiders Professor Hansen-Bahia zeigte das Gutenberg-Museum, Mainz, im April und Mai 1971Zu sehen waren rund 100 Holzschnitte aus einer Pri- vatsammlung, die einen geschlosse- nen Uberblick über alle Schaffens- perioden des Künstlers vermittelten. Der aufwendige und sorgfaltig be- arbeitete Katalog (Druck und Auslie- ferung: Verlag Hans Christians, Ham burg 36, Kleine Theaterstrabe 10) enthalt eine vollstandige Bibliografie der Buch- und Mappenwerke sowie eine Werkübersicht von 1946 bis 1970. Die Ausstellung selbst wird spater von anderen Stadten (Hanno ver, Kestner-Museum, Hamburg usw.) übernommen werden. Ausstellung Olaf Leu in Madrid Am 29. 4. 1971 eröffnete die Ga- leria Typografica der Schriftgiebe- rei Neufville S. A. in Madrid die Aus stellung Olaf Leu mit etwa 300 Ar beiten aus allen Bereichen des Gra phic-Designs. Es ist die zwölfte Aus- landsausstellung von Olaf Leu. 65

Gebrauchsgraphik de | 1971 | | page 71