Die beste Note in der Partitur groberWerbekampagnen eigenwillig gestalteten Heftes hat man ihm ebenso eigenwillige Fotos (schwarzweiB und farbig), originelle Zeichnungen und Fotomontagen mit- gegeben. Als Hauptziel hat sich die Gruppe pool u. a. die Integra tion der Kunst in die Gesellschaft gesetzt. Die drei Herausgeber Horst Gerhard Haberl, Richard Kriesche und Karl Neubacher, die mit dieser aktuellen und avantgardistischen Schrift sowohl die Gruppe pool als auch sich selber vorstellen, ver dienen, dab ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt werden. Originell ist auch die Titelseite, die, dem Namen der Zeitschrift entsprechend, in Na- turfarbe einen groBen Pfirsich zeigt. Das Ganze ist ein Offsetprodukt des Druck- und Verlagshauses Styria in Graz. (Herausgeber: Druck- und Ver- lagshaus Styria, A-8011 Graz, Schön- augasse 64. Die Zeitschrift erscheint in loser Folge, Preis einer Doppel- nummer 8,80 DM.) sm This is Japan Die Folge 18 von «This is Japan», die hervorragend gestaltete, 400 Sei- ten umfassende Jahresrevue 1971, die vom Verlag The Asahi Shimbun in Tokio herausgegeben wird, gehort seit vielen Jahren zu den Publikatio- nen, die ohne übertreibung als bei- spielhaft in jeder Beziehung bezeich- net werden dürfen. Auf den 400 Sei- ten Kunstdruckpapier von erlesener Qualitat werden über 1000 Fotos, darunter 100 in Farbe, geboten. Viele von diesen SchwarzweiB- und Farb- aufnahmen wirken bestechend. Die von hervorragenden und erfahrenen Autoren veröffentlichten Beitrage füh- ren den Leser durch viele Teile Ja pans, sie vermitteln all das, was im Lande der aufgehenden Sonne inter essant, sehenswert, aufstrebend, neuartig und gelegentlich vielleicht auch einmalig ist. Also ein Univer- sal-Reiseführer durch Japan, der nichts vergessen hat, gleichgültig ob es sich um Industrie, Wirtschaft, Schiffs- und Flugzeugbau, gigantische Stra- Benprojekte, Touristik (in zunehmen- dem Umfang), neue Foto- oder Fern- sehapparate, Architektur, Medizin und Kosmetik, Sport, Mode, Kunst (be- sonders Malerei), Bücher oder histo rische Belange handelt. So ist zum Beispiel der Beitrag History Clo thes von Tomoyuki Yamanobe so bezaubernd farbig illustriert, daB sich das Auge nur ungern von diesem Ka- pitel lost. Auch die so herrlich (far big) bebilderten Abhandlungen über die uralte japanische Töpfereikunst von Eiichi Fujimori und Taro Okamo- to sollte man eingehend studieren. Andere Beitrage befassen sich mit ja- panischen Hotels und mit der japani- schen Küche oder führen in geheim- nisvolle Walder und zu bezaubem- den Seen. Dadurch, daB This is Japan auch englischen, amerikani- schen und französischen Schriftstel- lern Gelegenheit zum Schreiben gibt, erfahrt man vieles über Japan, wie es von Auslandern gesehen oder von ihnen erlebt wurde. Hochinteressant die Beitrage über Japans Eigenleben oder über die gigantischen Probleme, die sich das Land auf den Gebieten des Exports oder des Handels über haupt gestellt hat. DaB der Weltaus- stellung EXPO 1970 in Tokio brei- ter Raum gewidmet ist, darf nicht ver- wundern. Auch alle diesem Abschnitt mitgegebenen Farbfotos sind zum Teil einmalig. Einen bemerkenswer- ten Artikel über Shakespeare aus japanischer Sicht schrieb Mitsuo Kano; seiner Arbeit sind schone Re- produktionen von Radierungen - im Zusammenhang mit Shakespeares Romeo und Julia - mitgegeben. Die groBe Zahl bester und besonders in künstlerischer Hinsicht erfahrener ja panischer Fotografen, die ihre SchwarzweiB- und Farbfotos dem vorliegenden Heft 1971 zur Verfü- gung steilten, verdienen ebenso An- erkennung wie auch die Redaktion selbst, die es verstand, dieses Mei- sterwerk zu schaffen. Nicht unerwahnt bleiben sollen auch die zahlreichen, geschmackvoll und geschickt einge- ordneten Inserate, die ja auch den Beweis dafür erbringen, welches An- sehen die Jahresrevue This is Ja pan innerhalb der japanischen Wirt schaft genieBt. Die farbige Titelseite zeigt das meisterhaft gelungene Foto der berühmten Asura-Statue im Ko- fukukji-Tempel in Nora. (Herausge ber: Asahi-Shimbun Company, Yu- raku-cho, Chiyoda-ku, Tokio, Japan. Preis [verpackt in Pappkarton] 7,95 US-Dollar, in Luxuskarton 9,95 US- Dollar.) sm Oktoberfest Für die Welt und die Bayern selbst scheint das Oktoberfest ein ziemlich klarer und unverrückbarer Begriff zu sein. Welche Fülle von Geschichte und aktuellem Geschehen, Typen und Situationen, Bier- und Schaubuden hinter diesem gröBten und einzig- artigen Happening stecken, zeigt der Bildband Oktoberfest Okto berfest portrait of a fair(Ver lag Georg D. W. Callwey, München, 1970. 18 Reproduktionen alter Stiche und Fotos, 29farbige und 144schwarz- weiBe Fotoabbildungen, farbiger Cel- lophaneinband, Preis 18 DM). Die sehr geschickt geschriebene Einleitung von Karl Baur fuBt auf dem Beitrag von Erwin Münz Eine kleine Jubilaums- chronik enthalten in dem von der Landeshauptstadt München herausge- gebenen Gedenkbuch 150 Jahre Ok toberfest An diesen sich flüssig lesenden historisch-aktuellen Text schlieBt sich - wie sollte es bei die sem internationalen Fest anders sein - eine englische übersetzung an. Was aber das Herzstück des Bandes aus- macht, so sind es die vielen schwarz- weiBen und ausgezeichneten Farbfo tos des Festgeschehens, denen 18 historische Aufnahmen vorgeschaltet 77

Gebrauchsgraphik de | 1971 | | page 83