Inscriptions d'anciennes pierres tombales Photos de Ralph Görtler «JLtttiiiti' Itu'lirr i((ii In: J luis nn Eiio SifhPt braucht neue Schriften für ihre Blickfange und Schlagzeigen. Sie sind gröBtenteils vorgefertigt und erlauben den Verwendern kaum eine eigene künstlerische Initiative; sie sind gebrauchsfertiger Ersatz für das eigene Können. Der VerschleiB an Effektivitat dieser meist modi- schen Formen ist enorm; sie überstehen vielfach kaum den Tag ihres Einsatzes, und es stel It sich die Frage, ob sie wie die Grabplatten auf alten Friedhöfen spater einmal positive Emotionen auslösen werden oder ob sie als Grabgesange des untergegangenen Schönheitsempfin- dens für die gewachsene Schrift gelten werden. Schrift lebt; aber es ist für alle mit diesem Medium BefaBten notwendig, immer wieder zu den Quellen hinabzusteigen, urn ihre Ausstrahlung in unsere Zeit be- greifen zu können. Sie wird in ihren Höhepunkten an alten Kulturdenk- malen, in Museen und Bibliotheken sichtbar, aber auch Dorffriedhöfe, StraBen und Gassen mit ihren Inschriften beweisen immer wieder die nicht erlahmende Aussagekraft der Schrift. Der junge FreiburgerGrafik- Designer Ralph Görtler hat die hier abgebildeten Grabsteine beim Be- such alter Friedhöfe der Universitatsstadt im Breisgau aufgenommen. FRANZ HERMANN WILLS The basic structure of a letter, no matter whether Roman, Cyrillic, Arabic or Chinese, is as immutable as the human skeleton: the ad ditional flesh the proportions, thickness of lines, vertical and diago nal lines, the serifs and the writing tools are the real determinants of a 51

Gebrauchsgraphik de | 1971 | | page 57