du Vinei MITTEILUNGEN Lieber Kollege Schriftgrafiker Wahrend des ATypl-Kongresses in London, Juli 1971, trafen einige Mit- glieder des Entwerfer-Ausschusses zusammen, um die finanzielle und rechtliche Lage des Schriftentwerfers zu besprechen. Unter den Anwesen- den waren (in alphabetischer Folge): Wim Crouwel (Niederlande), Adrian Frutiger (Frankreich), André Gürtler (Schweiz), Albert Hollenstein (Frank reich), David Kindersley (GroBbritan- nien), Huib van Krimpen (Nieder lande), Hubert Leckie (USA), John Mi- les (GroBbritannien), Gerrit Noordzij und Gerard Unger (beide Nieder lande), Kurt Weidemann und Hans Pe ter Willberg (beide Deutsche Bundes- republik). Wir haben vor, Richtlinien zusammen- zustellen, die dem Entwerfer bei sei nen Verhandlungen mit SchriftgieBe- reien (und anderen Herstellern von Druckschriften und Satzmaschinen) dienlich sein können. Für dieses Unternehmen brauchen wir zunachst einen Einblick in die jetzige Situation. Wir bitten Sie, uns genau zu unterrichten über die Bedingungen, worunter Sie für die Herstellung von Schriften Vertrage abgeschlossen ha- ben. Zurückhaltung über Ihre Erfah- rungen schwacht die Position jedes Entwerfers in Verhandlungen. Samtliche Auskünfte werden selbst- verstëndlich strenq vertraulich behan delt. Wir werden die gesammelten Daten in eine statistische Tabeile unterbrin- gen, die wir jedem uns bekannten Schriftgrafiker zur Verfügung stellen werden, also auch Anfangern und Nichtmitgliedern der Association Typo- graphique Internationale, obgleich wir allen dringend empfehlen, sich der ATypl anzuschlieBen. Die Tabeile soil der zu entwerfenden Minimalgebüh- renordnung die jeder Entwerfer handhaben sollte, zum Ausgangspunkt dienen. Um die Beantwortung zu erleichtern, fassen wir die wichtigsten Punkte zu sammen. (Für SchriftgieBerei soil man, den Umstanden entsprechend, lesen: Herstelier von Satzmaschinen von Matrizen von Foto- satzmusterbildern usw.) INITIATIVE Hat die SchriftgieBerei Sie mit dem Entwurf beauftragt, oder haben Sie sich an die GieBerei gewandt? Waren Sie etwa zur Zeit ein Angestellter der GieBerei? EXKLUSIVITAT Haben Sie Ihren Entwurf ausschlieB- lich einer GieBerei zur Verfügung ge stekt? Wenn Sie ausschlieBlich für eine GieBerei arbeiten, ist diese Ex- klusivitat irgendwie im Vertrag abge- grenzt? ANFANGSHONORAR Wurden Sie bezahlt für eine Skizze von z. B. sechs oder sieben Buchsta- ben? Wurden Sie bezahlt für den voll- stëndigen Entwurf? Wurden Sie be zahlt für die Zurichtung von Schriften (für Fotosatz oder Elektronensatz)? Wieviel bekamen Sie in jedem die- ser Falie? Sind diese Betrage Ihres Erachtens eine angemessene Entscha- digung für die geleistete Arbeit? LIZENZGEBÜHREN Bekommen Sie einen Umsatzanteil? Wie sind die Bedingungen? SCHUTZFRIST UND DAUER DER LIZENZGEBÜHREN Die (fundamentale internationale) Ur- heberkonvention schützt ein Werk bi9 fünfzig Jahre nach dem Tod des Ent werfers oder Verfassers. Soweit un- sere Kenntnisse reichen, gibt es in den Vertragen für Schriftentwerfer Schutz- fristen von 10, 20 oder 30 Jahren, lan gere Fristen sind seltene Ausnahmen. Achten Sie darauf, daB solche Fristen oft gerechnet werden nach Vertrags- abschluB und nicht nach Verkaufs- anfang UNTERLIZENZEN Teilen Sie an dem Ertrag von Lizen- zen, die Ihre GieBerei anderen Her stellern erteilt? Wie ist dieser Punkt vertraqlich festgelegt? ZEITPUNKT Angesichts der in allen Lëndern fort- schreitenden Inflation ist es wichtig, daB Sie das Jahr des Vertragsab- schlusses erwahnen. Ihre schon existierenden Vertrage mit SchriftgieBereien dürften die meisten dieser Punkte enthalten. Sie könnten einfachheitshalber uns eine Fotokopie Ihres Vertrages schicken, vorausge- setzt, daB die Sprache des Vertrages international verstanden wird. Wir betonen, daB es in Ihrem eignen Interesse ist, genaue und vollstan- dige Angaben zu machen. Reichen Sie Ihre Antwort bitte vor dem 1Novem ber 1971 ein, damit der Entwurf einer Gebührenordnung bei der nëchsten Versammlung der ATypl vorliegen kann. Mit freundlichem GruB HvK Schicken Sie Ihre Antwort an Huib van Krimpen, Churchill-laan 35a, NL 1010 Amsterdam. Kindermalwettbewerb der Büchergilde Gutenberg mit Gerhard Oberlander als Juror Wo ich wohne ist das Thema des Malwettbewerbs, den die Büchergilde Gutenberg für alle Jungen und Mad- chen bis zwölf Jahren ausgeschrieben hat. Er beginnt am 1. Oktober 1971 und endet am 31. Marz 1972. 50 Preise - vom Fahrrad über Kasperpuppen bis zur Mundharmonika - sind ausge- setzt. Wer mehr wissen möchte, schreibe eine Postkarte an die Bü chergilde Gutenberg, 6000 Frankfurt am Main 16, Postfach 16220. GWA-Journalistenpreis 1971 Für das Jahr 1971 schreibt die Ge- sellschaft Werbeagenturen den GWA- Journalistenpreis erneut aus. Für rich- tungweisende journalistische Arbei ten zu Themen der Werbung und Be- reichen der Marketing-Kommunikation stellt die GWA auch in diesem Jahr 10 000 DM zur Verfügung. Hauptberufliche Journalisten aus Presse, Funk und Fernsehen, die im laufenden Jahr Arbeiten zu dem The- menkreis Umwelt und Marketing - Die optimale Kommunikation von mor gen veröffentlicht haben, sind ein- geladen, ihre Manuskripte bis zum 15. Januar 1972 an die Gesellschaft Werbeagenturen, 6 Frankfurt am Main, FriedensstraBe 11, einzureichen. Eine unabhëngige Jury, bestehend aus dem Düsseldorfer Wirtschaftspublizisten, Dr. Herbert Gross, dem Würzburger Ordinarius für Betriebswirtschaft, Pro fessor Dr. Carl W. Meyer, und dem Rheinberger Unternehmer, Emil Un- derberg, wird die eingereichten Ar beiten prüfen und den Preistrëger bzw., falls mehrere in Frage kommen, die Preistrëger ermitteln. Bedingungen zur Beteiligung, Erlëu- terungen zum Thema und die gesetz- ten Termine gibt die Gesellschaft Wer beagenturen gerne bekannt. Werben im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes bedeutet nicht nur Werbung treiben (zur Herbeiführung eines unmittelbar auf die Werbung zurückzuführenden wirtschaftlichen Erfolges), sondern jede Beteiligung an einer solchen Wer bung, auch wenn unmittelbares wirt- schaftliches Interesse daran nicht ge- geben wird. Vom Gesetz erfaBt wer den daher auch alle Unternehmen und Berufe, die sich mit der Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens beschaf- tigen, die WERBUNGSUNTERNEH- MER, VERLEGER, SCHRIFTLEITER, GRAFIKER und andere. Dies hat das Oberlandesgericht Celle durch einen BuBgeldbeschluB vom 2. Februar 1971 entschieden (2 Sa [B] 175/70). Damit hat sich das Gericht in Gegensatz zu der Auffassung gestellt, die im ZAW- Kommentar zum Heilmittelwerbegesetz (Anm. 5 zu 12) geauBert wurde. Nach der Auffassung des OLG Celle macht der Zweck des Gesetzes, das Publi- kum vor irreführender und in schad- licher Weise beeinflussender Werbung zu schützen, es notwendig, den Kreis der Verantwortlichen weit zu Ziehen; zu diesem Kreis gehören auch solche Personen, die sich mit der DEKORA- TION VON HEILMITTELWERBUNG befassen und sich selbst als APO- THEKENWERBER bezeichnen. zaw Gemeinschaftsfachausstellungen für angewandte Fotografie Auf Initiative der Deutschen Durst GmbH in Zusammenarbeit mit den Fir- men Jobo Hasselblad Kin- dermann Labaphot Mafi Polaroid Rodenstock und Te- nal werden die seit Jahren bewëhr- ten und umfassend informativen Ge meinschaftsfachausstellungen für an gewandte Fotografie fortgesetzt. Die Ausstellungen finden statt in Düs- seldorf, Frankfurt, Stuttgart, München: vom 6. 10. bis 8. 10. 71 in Breitscheid bei Düsseldorf, Gaststëtte Krummenweg, 4035 Breitscheid, Bezirk Düsseldorf;

Gebrauchsgraphik de | 1971 | | page 80