LE BESPRECHUNGEN Guido Gregorietti, Gold und Juwelen Eine Geschichte des Schmucks von Ur bis Tiffany. Mit einem Vorwort von Erich Steingraber. Bertelsmann-Kunst- verlag, Gütersloh. Leinen. Preis78DM. Den Ausbruch einer neuen, heftigen Schmuckwelle illustrieren nicht nur ringbestückte Teenagerhande. Auch über Mannerhemden baumeln Ketten mit Amuletten, und Armbander klirren an Handgelenken beiderlei Ge- schlechts. Was hier Freude an Fremd- landischem, Amulettgeheimnis, me- tailenem Spiel ist, dokumentiert sich in den alteren Generationen als Wohl- standsausdruck kostbar weibgolden in Brillanten und zuweilen in erlesenen, alten Stücken griechischer oder etrus- kischer Fierkunft. NatOrlich wachst so auch das Interesse für alten Schmuck bei jung und alt, und so tat der Bertels- mann-Kunstverlag, Gütersloh, einen guten Griff, die wenigen bisher er- schienenen Schmuckbande urn ein neues Werk Gold und Juwelen zu bereichern. Guido Gregorietti, seit über 20 Jahren Direktor des Museo Poldi Pezzoli und Professor an der Akademie Mailand, schrieb einen ebenso klaren wie amüsanten ge- schichtiichen überblickstext, dem Erich Steingraber, Generaldirektor derBaye- rischen Staatsgemaldesammlungen und Verfasser des Werkes Alter Schmuck ein Vorwort voranstellte. Auber dieser interessanten, geschicht- lichen Betrachtung von Ur bis Tif fany der Darstellung von Vorkom- men, Eigenschaften, Bearbeitungsmög- lichkeiten der Metalle und Edelsteine sind das Erfreuliche des Werkes die über 400 Abbildungen, davon mehr als 300 farbig. Die Fotos der Pretiosen sind meisterhaft, ihr Druck ist vorzüg- lich. Da viele in römischem Privatbesitz befindliche Schmuckstücke abgebildet sind, sieht man in diesem Buch weit mehr als die sonst stets wiederkehren- den Bravourstücke der Königs- und Fürstenhauser. Lediglich im letzten Ka- pitel 1870 bis heute ist aufwendiger Jugendstilschmucksehrüberbetont und das Fieute nur mit wenigen Beispielen berühmter Maler, wie Derain, Dali, Chi- rico und Max Ernst, vertreten. Diese Auswahl ist weniger glücklich und labt die heutigen, wirklichen Schöpfer schó nen, modernen Schmucks vermissen. Die vorherigen Kapitel beweisen ja gerade bildhaft am Menschen, von der prahistorischen Höhlenmalerei bis zum Voguefoto, die ideale Verbindung künstlerisch-handwerklicher Gestal- tung mit asthetisch Ausgewogenem, tragbar Schmückendem. sh Sahara Von uns Mitteleuropaern fast unbe- merkt, hat die Sahara nicht erst in den letzten Jahren einen bedeutsamen Wandel erlebt und hat als Wüste ihren ursprünglichen Schrecken ziem- lich verloren, urn dafür in anderer, mehrfacher Flinsicht interessant zu werden. Diese Gesamtentwicklung nach dem neuesten Stand der For- schung mit hervorragendem Bildmate- rial uns vermittelt zu haben, gebührt dem einheitlich gestalteten Sammel- werk Sahara herausgegeben von Christoph Krüger, Wien, unter Mitar- beit von Alfons Gabriel, Wien, Peter Fuchs, Göttingen, Théodore Monod, Paris, und M. Kassas, Khartum (An- ton-Schroll-Verlag, Wien und Mün- chen, 1967, 184 Seiten, mit 104 Seiten Text, 2 Farbfalttafeln, 8 eingeklebten Farbtafeln, 80 Bildtafeln mit 53 Farb- bildern, 1 Landkarte und 52 Zeichnun- gen, gelber Leinenband, Preis 48 DM). Dieses in Druck und Gestaltung, vor allem auch in seitaem Bildteii vorbild- lich gelungene Buch zeigt durch die manchmal direkt spannend geschrie- benen Beitrage des internationalen Mitarbeiter-Teams, wie sehr das im mer fortschreitende Abenteuer derNa- turwissenschaften auch die grobe Wüste geologisch, hydrologisch, so- zial und poiitisch umschichtet. Urn die Arbeit der Forscher im letzten und in diesem Jahrhundert nachzuerleben, die Ergebnisse der Vorgeschichtsfor- schung - die steinzeitlichen Felsbilder sind inzwischen allgemein bekannt - und die neuesten Erkenntnisse über Fauna, Flora und über Völker und Stamme in diesem Trockenschutt- raum mit ungleichen Formgruppen in verschiedenen Regionen wirklich zu erfahrèn und urn u. a. die immer aufs neue in Flub geratende Politik südlich des Mittelmeers ein wenig zu verste- hen, ist diese Publikation bestens ge- eignet. Für einen kulturgeschichtlich oder geografisch interessierten bietet dieser preiswerte Band nicht minder Anregung wie für den Gebrauchsgrafi- ker, dem die Buchgestaltung, Bildaus- wahl und Bildwiedergabe vorbildlich erscheinen sollte. Das Buch sei des- halb vorbehaltlos empfohlen. wk Himalaya In gleicher Ausstattung und im glei- chen Verlag hat der bekannte Geo loge, Forscher und Schriftsteller Pro fessor Herbert Tichy, Wien, den Band Himalaya (Verlag Anton Schroll, Wien und München, 1968, 176 Seiten, 129 schwarzweibe, 59 farbige Abbil dungen, 16 Textabbildungen, 1 Karte, blauer Leinenband, Preis 48 DM) her- ausgebracht. Der Autor, der seit sei nen Studienjahren siebenmal im höch- sten Gebirge der Welt war, kennt aus eigenem Erleben und unmittelbarer Anschauung diese nicht blob für Berg- steiger, sondern, wie die letzten po- litischen Ereignisse zeigen, gerade auch für die grobe Politik wichtige Landschaft. Mit Wiener Charme und Eleganz berichtet Tichy über alle ein- schlagigen Themen aus Geografie, Grafiker Designer Werfeeleiter Einkauler Mappen jeder Art Ringbücher Umschlage aus Plastic Pappe, Karton Display Tiefziehen Pragen, Stanzen Grimm Bleicher Mappenwerk, Display tiir Sie zwei Seezielistei ■ter eieei Dach 8 München 19, Nymphenburger Strafte 86 Telefon (0811) 185038 Siebdruck auf alle Materialien bis Format DIN A 0 Haftetiketten Plakate Original Serigraphien Display Josef Kroll, Siebdruck, Kunststoffverarbeitung 80

Gebrauchsgraphik de | 1971 | | page 86