Af 4/?ou Vor vierzig Jahren machte der bedeutende englische Schrift- padagoge Edward Johnston die Anregung, dass jeder an- gehende Schriftkünstler sich auch im Zeichnen „alter Garten und Hecken" üben möge. Er betonte damit die Notwendig- keit des Ausgleiches zu einer Lehre, die sich einseitig aus dem Wissen um den Aufbau der Typen entwickelt. Er rief der Phan- tasie, die lebendig halt, dem Geist, der sich im unmittelbaren Kontakt mit der Natur immer wieder verjüngt. Edward Cocker lebte im 17. Jahrhundert. Nur langsam ver mochte sich einst die italienische Kursive gegen die gotischen Lettern durchzusetzen, gegen einen Schriftcharakter, den vor allem die Geistlichkeit als Erbe hütete, und der spater einmal in der englischen Romantik eine Wiederauferstehung fand. Der königliche Hof aber sprach der Antiqua das Wort, und vielleicht hatte das erste uns bekannte Londoner Schriftbuch nach italienischer Vorlage von Beauchesne und Baildon, das im Jahr 1571 erschienen ist, schon seinen Vorlaufer. Es zeigte sachliche, schmucklose Federzüge, zu denen die Unterschrift der Königin, die der neuen Schreibmode ganz zugetan war, bereits einen starken Gegensatz bildete. Elisabeth schien in die Garten zu schauen. Ein üppiges Rankenwerk umspielte ihre Namenszüge, eine Formensprache, die sich auch bald ihre Rate zu eigen machten. England blickte nach Frankreich. Die englischen Schreibvorlagen des 17. Jahrhunderts sind auch teilweise Kopien der eleganten französischen Schule, so zum Beispiel diejenigen, die von Gething 1645 in London ver- öffentlicht wurden. Wenige Jahre spiiter tauchten die ersten Werke des 1631 geborenen Edward Cocker auf, eines Künst- lers, dessen Buchseiten bald selbst ,,zu Garten und Hecken" wurden. Ein phantastisches Leben bevölkerte diese: Hund und Hase, Vogel und Putten, Ross und Reiter, Jager und Wild. Und trotzdem, mit welcher Disziplin weiss dieser her- vorragende Kalligraph seinen Überschuss an technischer Ge- wandtheit zu meistern! Sein Empfinden für die künstlerische qoiiFt: jiV" 1 tiifnmpnmL Tïlajftx ni inn? C f J fCciif ayvafiawi ^5? o uf&xtxx? ^ffox maèpjP(taAmPio nn&Gk *ttaJkoficAjofOj and* C3 V11*0* xAm.A Jytfdnf m {0VX Silo* iv entoiin4(-x rot Hi mamt3 C? vf rotnc' aS?a«A trt*4 tvrM Cifot //roti axled MIXMULl^. 334 The Pen's Transcendencie (1657). Plate i2.( Slightly reduced Wenig verkleinert Légèrement réduit)

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