I a l L it f I I m *£33 w« V: in Kunstfragen verfügen, liessen keine der erzieherischen Re- geln und der Erkenntnisse in der Kinderpsychologie ausser acht. Was man aber vor allem spiirt, ist die Liebe, mit der sich diese Lehrer über die Arbeiten der Kinder beugten, und es wird denn auch nur in diesem Geiste der Liebe möglich sein, dass solche Gemeinschaftswerke Strahlungskraft erlangen. TECHNISCHE ANMERKUNGEN Alle hier wiedergegebenen Arbeiten wurden von Pariser Schiilern im Alter von 9-14 Jahren in ihren Mussestunden ausgefiihrt. Die Gruppen wurden von zwei Lehrern, Mme Vige Langevin und Jean Lombard, ge- bildet. Jedes Gruppenmitglied arbeitet zuerst einmal allein die Komposi- tion eines Entwurfes über ein gegebenes oder ein von der Gruppe gewahl- tes Sujet aus. Dann werden die verschiedenen Entwürfe zusammengelegt und die Gruppe wahlt daraus jenen, der sich am besten zur Vergrösssrung eignet. Nun erst beginnt die eigentliche Gemeinschaftsarbeit. Die Ma quette wird in so viele gleich grosse Vierecke aufgeteilt, als in einer Gruppe Kinder sind. Sie sind in der Reihenfolge der Maquette um den Tisch pla- ciert. Jedes einzelne mischt sich seine Farben selbst, bemüht sich aber, nicht allzusehr von den Farben des Nachbars abzuweichen, sofern es an demselben Hintergrund oder Gegenstand arbeitet. Hingegen geniessen sie bei der Wahl des Details die grösste Freiheit. Im Verlaufe des Arbeits- ganges werden die einzelnen Blatter der Gruppenmitglieder immer wieder auf dem Boden aneinandergereiht und angeglichen. Dann werden die Vier ecke zusammengeklebt und zum Schluss nochmals überprüft. Oft erweist es sich als notwendig, einzelne Blatter etwas besser aufeinander abzustim- men, manchmal müssen gewisse Details zu Gunsten grösserer harmonischer Gesamtwirkung ausgemerzt werden. Der Lehrer ist nur als Berater tatig; immer geht die Initiative von einem Gruppenmitglied oder dann vom Gruppenchef aus, der gewissermassen die Funktionen eines Orchester- leiters ausübt. Wer sich für Einzelheiten des Verfahrens interessiert, hndet nahere Angaben in einer von Mme Langevin und Jean Lombard verfassten und in den Editions du Scarabée, Paris, erschienenen kleinen Broschüre PEINTURES ET DESSINS COLLECTIFS ü'eNFANTS. 385

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