AMERIKAN ISCHE BUCH-SCHUTZUMSCHLAGE CHEMISES DE LIVRES AMÉRICAINES [Fortsetzung von s.420] In den U.S.A., wo das Netz der Reklame so dicht gewoben und imstande ist, rasch und weitreichend zu wirken, findet dies seinen Niederschlag auch in den graphischen Ausdrucksformen. Der Schutzumschlag als eines der zahl- reichen Reklamemittel bildet hier keine Ausnahme, es sei denn in jenen seltenen Fallen, wo er aus bestimmten Gründen kein Werbetrager zu sein hat. Was immer auch die Gründe der gesteigerten Inanspruchnahme gewesen sein mogen, so ist festzuhalten, dass sich in den letzten Jahren eine Wandlung vollzogen hat: der Schutzumschlag hat endlich seinen eigent- lichen Charakter gefunden. Es wird allgemein anerkannt, dass die heutigen Schutzumschlage, verglichen mit ihren unmittel- baren Vorgangern, besser gestaltet sind, angemessener ihrem besondern Zweck und doch nicht weniger wirksam im Hin- blick auf ihre Aufgabe, den Verkauf zu steigern. Noch vor ungefahr zehn Jahren gab es in Amerika keine eigentlichen Schutzumschlag-Spezialisten. Gewöhnlich unter- nahmen es Werbegraphiker, Maler, Schriftzeichner oder Illustra toren, ihn zu entwerfen. Heute werden an den Schutzumschlag- entwurf bedeutend gröBere Anforderungen gestellt, daher haben ihn auch Kunstschulen in ihren Lehrplan aufgenommen. Der moderne Schutzumschlag-Graphiker tritt nun mit einer ernsthaften Kenntnis an die Lösung seiner Aufgabe heran. Früher war es wichtiger, die Aufmerksamkeit zu wecken, als eine Darstellung des Werkes zu geben. Der Graphiker erhielt genaue Weisungen, die ihm wenig Spielraum für eine Interpretation boten. Heute wird ihm meist schon das Manu- skript des Buches vor dessen Druck in die Hande gegeben und so Gelegenheit geboten, sich seine eigene Auffassung dariiber zu bilden. Seine Aufgabe kann als diejenige eines Lesers um- schrieben werden, der imstande ist, seine Eindrücke graphisch niederzulegen. Im Jahre 1947 schloss sich in Amerika eine Gruppe speziali- sierter Graphiker zu einer Gilde der Schutzumschlag-Zeichner (book jacket designers guild) zusammen. Die Gründung verfolgt den Zweck, den Gesichtskreis der Graphiker durch Aussprachen über kulturelle und technische Themen zu weiten und an jahrlichen Ausstellungen Rechenschaft über die künst- lerische Entwicklung dieses Spezialgebietes abzulegen. Die erste Ausstellung dienteals Rückblickauf die Jahre 19401947. Alle amerikanischen Verleger und Graphiker sind zur Teil- nahme an den Ausstellungen der bjdg zugelassen; eine fünf- gliedrige Jury wird jahrlich aus den Mitgliedern gebildet. Bei der Auswahl des Ausstellungsmaterials erfahren die Mitglieder der Gilde keine Bevorzugung, und auch die Juroren können sich beteiligen. Da es sich bei den Ausstellungen darum handelt, einen reprasentativen Querschnitt durch die Leistungen des Jahres zu geben, wird auch nicht nur nach den Spitzenleistun- gen geforscht. Ein Umschlag, der nach Ansicht der Jury schlecht gezeichnet oder sonst nicht einwandfrei ist, wird jedoch nicht zugelassen, ungeachtet des Erfolges, den sein Buch eventuell davontrug. Die Gilde verurteilt jenen Typ des Schutzumschlages, der in ungehöriger und verantwortungs- loser Weise den sex appeal als Werbefaktor verwendet. Die Ausstellungen der Gilde werden unter den Auspizien der American Federation oj Arts durchgefuhrt. Auf Veranlassung dieser Vereinigung wurde das gleiche Material der dritten Ausstellung auch nach Deutschland geschickt und dort in Museen und amerikanischen Informationszentren aller grössern Stadte der drei Besetzungszonen gezeigt. Die Gilde besorgte auch die Beschaffung des amerikanischen Materials für die Internationale Schutzumschlag-Ausstellung, die im Jahre 1949 im Victoria- und Albert-Museum in London stattfand. 1950 wurde eine Schau über die Geschichte des Schutzumschlages für das American Institute of Graphic Arts organisiert. Ein Archiv von Schutzumschlagen, zusammengetragen und laufend erganzt durch die Gilde, ist der standigen Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York angegliedert. [Suite de la page 421] Quelles qu'aient pu être les causes de sa généralisation, une transformation radicale a eu lieu, qui a con- féré a la chemise de livre son caractère propre. L'on admet généralement que les chemises de livres actuelles, comparées au niveau moyen de la production antérieure en ce domaine, sont mieux conjues, mieux adaptées a leur fonction spécifique, sans cependant avoir rien perdu de leur efficience au point de vue commercial. Avant 1940 (date qui ne demande pas a être prise rigoureusement), le dessinateur d'une chemise de livre était d'ordinaire un artiste publicitaire, ou encore un peintre, un dessinateur de caractères ou un illustrateur. Mais aujourd'hui la couverture de livre réclame plus qu'un intérêt occasionnel. Les écoles d'art ont mis a leur programme le dessin des chemises de livres considéré comme une matière faisant l'objet d'un enseignement spécial et les jeunes artistes qui en font l'étude s'occupentde lafagion la plus sérieuse des problèmes particuliers posés par cette forme de l'expression graphique. II y a vingt ans, la commande d'une chemise de livre était plus facile a réaliser qu'elle ne l'est aujourd'hui. Le souci d'attirer l'attention était d'une plus grande importance que celui d'évoquer le contenu du livre. L'artiste se voyait donner, et du reste acceptait des directives détaillées laissant peu de place a sa faculté d'interprétation. Aujourd'hui, au contraire, il n'est pas rare que l'on remette au dessinateur de la couverture le manuscrit de l'ouvrage, dont il aura ainsi la possibilité d'inventer une transposition graphique de son cru. Sa fonction 466

Graphis de | 1951 | | page 94