Jelmoli GESTALTUNG DER LANDKARTEN ART DIRECTORS CLUB OF NEW YORK redende und vermittelnde Kraft er kennerisch schatzt), scheint bezeichnend zu sein für seine Definition der Optik. Daher ist Boggeri trotz seiner Bildung, seinem Charme, seiner Nonchalance, der Familie der Lautreamont benachbart, d. h. jenen, die es noch verstehen, Zufalligkeiten zu geniessen, un- vorhergesehene Gelegenheiten auszunützen: die Begegnung z. B. eines nassen Regenschirmes auf einer Nahmaschine oder einer Artischokke auf einem aufgeschlagenen Verzeichnis der T elephonbesitzer. [Fonsetzung von Seite 407] und rundete es ab. Die Zierinitialen und Schlusschnörkel der Spatwerke erweisen, welche Fülle kalli- graphischer Möglichkeiten diese Schrift bot. Seinen Drang nach möglichst gefalliger Darbietung seiner Karte suchte deren Schöpfer dann vornehmlich in dem dazu- gehörigen formalen Beiwerk auszuleben: in der Umrandung oder Einfassung, den Massangaben, der Windrose und dem Wappen, ganz besonders aber in denKartuschen. Es finden sich da im 16. Jahrhundert mit Guirlanden-Ornamentik nach Re- naissance-Vorlagen umrankte Nestel- und Gitter-Komposi- tionen der verwickeltsten Art, und im 17. Jahrhundert eine Unmenge von bildlichen Einzelheiten, die mit dem Thema der Karte im Zusammenhang stehen. Schliesslich diente die Farbgebung der ganzen Karte nicht nur funktionellen Zwecken, sondern auch zur Erhöhung der Schmuckwirkung. Die Farbenwahl war von feststehenden Re- geln bestimmt, die sich seit der Frühzeit kaum verandert haben. Wie heute noch wurden schon im Mittelalter Ge- wasser blau, Waldungen grün, Strassen gelb oder braun, Ortschaften rot und Grenzen durch verschiedene Farbtö- nungen bezeichnet. Damals wie spaterbin wurde das Zube- hör mit unbeschrankter, leuchtkraftiger Koloristik ausge- stattet; sowohl auf den handgemalten Karten wie auf den ge- druckten ergehen sich die Umrahmungen, Kartuschen, Wap pen und andern „Sparten" in einer Farbenpracht, die erst im Zeitalter der wissenschaftlichen Geodasie und Kartographie verschwand. [Suite de la page 399] Au cours des vingt-neuf années Y Art Director Club of New York a régulièrement publié ses Annuaires. Ceux-ci en reflètent l'histoire tout ensemble durable, sérieuse et ininter- rompue. En même temps, il donnent un aper^u d'ensemble de 470

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