lelmoll das grösste Warenhaus der Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging die Initiative in der Verpackung vom Ladenbesitzer auf den Fabrikanten über, der seine Erzeugnisse nun auf nationaler Basis abzusetzen begann und sich bemühte, seine Marke in aller Mund zu bringen. Es darf daraus j edoch keineswegs der Schluss gezogen werden, dass die Packung schon damals so allgemein verbrei- tet war wie heute oder dass es damals so etwas wie den Pak- kungsgestalter gegeben hatte. Selbst in hochindustrialisierten Landern gab es wohl nur wenige Leute, die ihren Lebens- unterhalt mit dem Entwerfen von Packungen verdienten. Für den heutigen Graphiker sind die frühen Packungen gerade deshalb so interessant, weil ihnen jegliche Raffinesse abgeht. Die Formen sind schlicht, weniger aus Absicht, son- dern weil die Herstellungsverfahren nichts anderes zuliessen (Abb. 1, 2, 10, 16). Gelegentlich finden wir unter den frühen Packungen zierliche Kupferstichbeschriftungen (Abb. 8, 24, 31) und bisweilen eine wirkungsvolle Typographic (21, 25, 26, 29); in den meisten Fallen aber ist die Illustration das charak- teristische Merkmal, und zwar handelt es sich dabei eher um eine Anlehnung an die Volkskunst als an die akademische Kunst der Zeit (Abb. 6, 15, 20, 25, 26, 29). Ob sie es nun von Berufs wegen oder aus Liebhaberei taten, die Entwerfer der frühen Packungen schufen nie einen Stil sie folgten einfach der Tagesmode, so wie sie sich ihnen darbot. War es die Mode einer Fabrikstadt in der Provinz, dann bekamen ihre Entwürfe auch etwas Vorgestriges. Jedem, der sich mit frühen Packungen befasst, wird auf- fallen, welche Bedeutung die Entwürfe für den Druck auf Jelmoli, the largest department store in Switzerland 5 56

Graphis de | 1957 | | page 86