LE CLUB DU MEILLEUR LIVRE THE MUSEUM OF PRIMITIVE ART Papier hatten. Neben den Kartonschachteln, Papierhüllen und dem Einwickelpapier gab es die bedruckten Papieretiketten für zahlreiche Flaschen und Büchsen (Abb. 2, 15-3 2). Vor dem Ende des letzten Jahrhunderts vernehmen wir kriti sche Stimmen zur Packungsfrage - und schon damals suchte man die Schuld an schlechten Packungen andern in die Schuhe zu schieben. So kommentierte bereits 1899 die Zeitung der Büchsenmacher (boxmakers' journal) Auf dem Gebiet der Büchsenherstellung herrscht ein ausgesprochener Mangel an Stil... eine deutliche Neigung zur übertriebenen Dekoration auf Kosten der Klarheit und der WerbewirksamkeitDas eher niedrige Niveau ist wahrscheinlich dem Umstand zuzu- schreiben, dass der Büchsenmacher sich allzusehr nach den Wünschen der Kundschaft richtet... Unserer Meinung nach sollten die Fachleute jeder Branche dem Publikumsgeschmack immer voraus sein und versuchen, die Abnehmer zu erziehen." [Fortsctzungvon Seite 550] Unter dem Dutzend Bücherklubs, die in Frankreich bestehen, gehort der Club du meilleur livre zu den be- deutendsten, sowohl hinsichtlich der Zahl seiner Mitglieder als auch hinsichtlich der Qualitat seiner Publikationen. Wenn auch vielleicht in der Wahl des Einbandmaterials - zum Beispiel Seide, Jute, sogar Samt - manchmal eine gewisse Gesuchtheit besteht, so wird doch der Text stets als das Wesentliche be- trachtet. Er spielt die Hauptrolle, wahrend der Illustration im allgemeinen eine bloss beschreibende Funktion zufallt. Daher sind auch die Gestalter der Bücher des Club du meilleur livre in erster Linie Typographen. Sie sorgen für das harmonische Zu- sammenspiel von Satz, Mise en page, Illustration und Einband. Die Verleger und Buchhandlungen, die von der Konkurrenz der Bücherklubs stark betroffen wurden (die letzteren noch mehr als die erstern), sahen sich genötigt, in ihrem Abwehr- kampf die gleichen Methoden und Waffen zu gebrauchen. Vor allem einmal scharten sie um sich eine Kundschaft aus Klub- anhangern, also gewissermassen Abonnenten; ausserdem or- ganisierten sie ihr eigenes Verteilungsnetz. Im besondern be- riefen sie Fachleute für eine fortschrittliche Gestaltung ihrer Bücher, wahrend sie für die Einbande und Schutzumschlage bekannte Illustratoren und Gebrauchsgraphiker beizogen. Durch seine frische Farbigkeit, die Kühnheit seiner Graphik sollte sowohl der Einband als auch der Schutzumschlag seine wichtige Rolle als Verkaufshelfer spielen. Gerade auf diesem Gebiet, das heisst der aussern Aufmachung des Buches, zeigt sich der Einfluss der Klubs als sehr wohltuend. Es ist tatsach- lich ihnen zu verdanken, dass nun Graphiker vom Rang eines Villemot, Colin, André Francois usw. herangezogen werden, um für Verlagshauser wie Larousse, Fayard und andere zu arbeiten. [Continued from page 550] regards the text as the essential element of the book. Typography thus takes first place, and illustration is limited almost entirely to its descriptive uses. The designers are therefore primarily typographers, being responsible for questions of type face, paging and decoration, while printer and binder are reduced to a purely executive function. Publishers and booksellers, who have felt the competition of the book clubs very keenly (the latter even more, perhaps, than the former), have been obliged to resort to the same methods as their rivals in the struggle for the favour of the reading public. They began by gathering round them a body of cus tomers much like the club membersand they then organised their own distribution network. They enlisted the aid of spe cialists to take care of the harmonious presentation of their books as regards size, typography, paging and so forth, and called on well-known designers and illustrators to do as much for their bindings and dust covers. It is obvious that book-jackets and bindings, with the aid of colourful treatment and bold design, can be a very effective means of advertising; and it is in fact precisely in this domain that the influence of the book clubs has been most salutary. It must go to their credit that artists of the calibre of Villemot, Colin and André Fran- pois have been invited to work for publishing firms such as Larousse and Arthème Fayard. [Suite de la page 536] Cette vérité ne vaut pas seulement pour les ob- jets purement rituels, elle s'étend aussi, encore que de fapon atténuée, aux objets d'usage courant (par exemple les coupes et vases mexicains ou la proue d'une pirogue iatmul). Nous avons ici une symbiose entre oeuvre d'art et objet usuel, une fusion intime de l'art et de la décoration. En un sens plus général, l'efficacité de l'art primitif, qui ne cherche la beauté qu'exceptionnellement, réside dans l'«uti- lité de l'oeuvre d'art, et, sans une connaissance approfondie des formes de la vie sociale de ces peuples, il nous est impossible, quant a leurs créations esthétiques et a la puissance de celles-ci, de formuler autre chose que des hypotheses. II est bien de multiplier autant que possible nos connaissances de l'art primitif, afin d'en juger les ceuvres avec un minimum d'erreurs. Mais, ne l'oublions pas, tout notre savoir dans ce domaine peut certes accroitre notre compréhension de la sensibilité dont procèdent de telles oeuvres, mais non point modifier la notre. 557

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