i 1 m 1 i 1 k" w Right and opposite: l'eau et le feu, 1958. Detail and complete tapestry, in two parts, 14 ft. 9 in. X 19 ft. 4 in. Ateliers Goubety-Gatien, Aubusson. Opposite page, bottom: ornamentos sagrados, 1965, 14 ft. 5 in. X 34 ft. 5 in., Atelier Tabard Frères et Sceurs, Aubusson. 'Sacred ornaments' is Jean Lur^at's paraphrase for the whole creation. Man is for him the one who holds them in trust. Hence the eye at the centre of the sun, which has taken on the form of the Maya calendar. The artist came upon the title in a monastery converted into a museum, during a stay in Mexico. Rechts und gegenüberliegende Seite: l'eau et le feu, 1958. Detail und ganzer Teppich, 4,50 X 5,9 m (in zwei Stücken). Atelier Suzanne Gou bety-Gatien, Aubusson. Gegenüberliegende Seite, unten: or namentos sagrados, 1965, 4,40 m x 10,50 m, Atelier Tabard Frères et Sceurs, Aubusson. «Heilige Orna- mente» nennt Jean Lurgat die ganze Schöpfung. Der Mensch ist für. ihn ihr Treuhander. Darum das Auge im Zentrum der Sonne, die die Gestalt des Kalenders der Maya angenommen hat. Der Künstler fand den Titel in Mexiko in einem zum Museum um- gewandelten Kloster. A droite et page ci-contre: l'eau et le feu, 1958. Détail et vue entière du tapis de 4,50 X 5,9 m (en deux parties). Atelier Suzanne Goubety-Gatien, Aubusson. Page suivante, en bas: ornamentos sagrados, 1965, 4,40 x 10,50 m. Atelier Tabard Frères et Sceurs, Aubus son. «Ornements sacrés», c'est ce qu'est toute la Création pour Jean Lurgat, telle qu'elle est remise entre les mains de l'Homme. D'011 le motif de l'CEil au centre du soleil qui a pris la forme du calendrier des Mayas. L'artiste a eu l'idée de ce titre lors d'un séjour dans un ancien couvent mexicain aménagé en musée. [Fortsctzung von Seite 7] Was Sie vor sich haben, ist das Werk eines Malers, der bei seiner Arbeit von Bildwirkern aus dem Departement Creuse unter- stützt wurde. Das Werk nahm seinen Anfang vor sieben Jahren, urn 1957, und noch wird es einige Jahre dauern, bis ich an den Rand des letzten Bildteppichs, an den Schluss des letzten Gesanges das Wort »Ende« setzen kann. Ein solches Werk, spat begonnen und dann vom Alter vorwarts- getrieben, lasst sich als Inhaltsverzeichnis einer Existenzbetrachten. Es braucht kaum gesagt zu werden, dass gewisse Narben, gewisse per- sönliche Erfahrungen erfreulicher oder tragischer Art, Ratschlage lieber Freunde, mich bewogen haben, diese grosse Arbeit in Angriff zu nehmen. Alles liegt in diesem langen Abenteuermischt sich, durchkreuzt sich... alles ist hineingewoben, hineingeflochten. Niemand möge sich wundern, darin sowohl Galle als Honig zu finden. Es ist weder eine Wehklage noch eine Romanze. Fertiggestellt, soil dieses Werk, über des sen Wert oder Unwert die Zukunft richten wird, eine Lebensschau wider- spiegeln, die weder schief noch düster ist. Ganz im Gegenteil Der erste Name dieses Weltengesangs war »Lebensfreude« (La Joie de Vivre). Schon immer war ich überzeugt, dass das Leben für den, der es richtig zu leben versucht, Zucker und Salz bereit halt, Süsses und Bitteres, Bedrangnis und Heiterkeit. Unsere Generation hat zwei Kri t miterlebt, und manche ihrer Erinnerungen sind ein Gewebe von Wa - vorstellungen. Uber uns und unseren Nachfahren hangt eine schandliche Bedrohu der atomare Schrecken. Dies erklart und rechtfertigt den Titel mei s ersten Bildteppichs: »Die grosse Bedrohung« (La Grande Menace- klart und rechtfertigt diesen Adler mit dem tragen Ausdruck, der r der Erde schwebt, und den Büffel, der Gift über die bereits geschafferd oder noch der Zeugung harrenden Wesen streut. Unsere Welt lebt h sachlich wie auf einem Vulkan; schon speit er seinen Schwefel aus, scln steigt sein Qualm empor. Die Erde ist das Runde, das Belaubte, das Flüssige und das Feste, e besteht vor allem auch aus menschlichen Wesen aller Arten, aller Fart Und alles, Keime, Wesen, Pflanzen, Minerale, Winde, die gleichsam r Atem der Erde sind, alle sind sie solidarisch. Ob es der Adler oder das wilde Tier ist, das die Bombe auslöst; e ganze Schöpfung wird zum vergifteten Magma. Alles: New York - j- king - Kairo - Paris - Moskau oder Marrakesch - auch Clamart und jr Lido - alles das wird nicht mehr sein als ein grenzenloser Steinhaun, erfüllt vom Wehgeschrei der betroffenen Menschen, wie in NagasM wie in Hiroshima. [Fortsetzung Seite 86] z? ti rio ;tr lb 12

Graphis de | 1967 | | page 14