To turn to the top of the iceberg, it is perhaps significant that the posters of, say, Hans Erni or Celestino Piatti, although both are past their zenith as poster artists, still stand out for the skill and balance of their execution. The Zurich police authorities come off well with a series of straight black-and-white posters that make their point with a commendable economy of means. Pleasing photography, whether it praises jeans or apples in winter, is much more in evidence than the tasteful graphics that distinguish, say, the poster for the Olma, St. Gal- len's agricultural fair, or that by Balz Baechi for umbrellas. Pierre Restany has drawn attention to a rift in the modern poster world; he says that beautiful posters tend to neglect their function of communication, while posters that are effective for advertising purposes tend to lose their beauty. The answer is surely that both these move ments are off-centre; the truly successful poster is the one that combines g< to ri aesthetic appeal with the perfectly aimed conveyance of its me' There have been many such posters in the past, and a few are still made today. They usually come about when a designer or a p grapher is given a free hand in expressing his vision, and the adverti satisfied to have his say within the framework of the bigger hnai exchange going on between the artist and the observer. There is no" n complicated about this; the best posters are often the simplest. Fortunately there are still advertisers who know the value o:ht artist's utterance and do not underestimate the taste and perspicaci o the public. One of the highlights of the 1972 production is the ser.' 0 near-abstract aerial views done by Georg Gerster for Swissair. Tbnir line is quite willing to stay in the background and to bask in the J>n of the new dimension of beauty that Gerster records on his trajeir-i through the skies. SCHWEIZER PLAKATE 1972 [Fortsetzung TOn Seite 501] war dem Schweizer Plakat kaum bekömmlich. Der Herausgeber dieser Zeitschrift hat eine erste Auswahl von rund 50 aus den fiber 600 ausgestellten Plakaten getroffen. Ein weiteres Hundert verdiente vielleicht noch einige Beachtung, der Rest aber ist so mittel- massig und entbehrt so ganzlich des graphischen Schliffes oder der Würze der Originalitat, dass sich ein zweiter Blick eriibrigt. In der schwachsten Kategorie sind die Leistungen bedenklich. Da preist ein Warenhaus seine Frfihlingskollektion an. «Weil der Frühling da ist», lautet die geniale Schlagzeile des Werbetexters, und der Entwerfer leistet seinen Beitrag mit einem - unverkennbar kfinstlichen - Blfitenzweig auf tiefrosa Grund. Oder: aus einem Biscuit ist ein Loch in der Form der Schweiz herausgebrochen worden, woraus eine vielköpfige Schwei- zerfamilie in Sonntagsmontur hervortaucht, wahrend der Slogan dahin lautet, dass alle Familienmitglieder die XY-Biscuits am liebsten haben. So geschehen im Jahre des Herrn neunzehnhundertzweiundsiebzig. VC'arum sich darfiber aufhalten? Weil solche Entgleisungen bezeich- nend sind. Der Werbende in seiner verkaufssteigernden Mission, aus- gerfistet mit einer Handvoll billiger Marktstatistiken, will immer mehr mitreden bei der Gestaltung eines Plakates. In einer Epoche, in welcher der gute Geschmack im Nadir steht (die junge Kleidermode verrat es), ist der Weg für dreiste Ideen und laute, verwirrte Darstellungen geebnet. Natürlich ist der megaphonbewehrten Verkaufskanone das Schweizer Standardplakat nicht gross genug. So besteht denn eine deutliche Ten- denz zum dreiteiligen Plakat, dessen Ausmasse allein selbst die schwach- ste Werbung unterstützen. Doch nützen wenige dieser Dreifachplakate die eigentlichen Vorteile der Grosse und der Multiplikation. Am besten kommt die Serie weg, auf welcher ein Zirkusname fiber drei schwanz- chenhaltende Elefanten hin verteilt ist, oder jene, die eine lange Reihe von \X hisky-Flaschen, wie sie auf einem Selbstbedienungsregal stehen könnten, darstellt, wobei die letzte eben von gepflegter Hand herunter- gehoben wird. Der Schluss, der aus der restlichen Flut von zweitrangigen, jeglichen graphischen oder geistigen Reizes entbehrenden Produktionen gezogen werden kann, ist klar. So paradox es klingen magWerbu' - falsch verstanden - führt das Schweizer Plakat ins Verderben. Um nun auf die Spitze des Eisberges zurückzukommen: Es ist gtjisf bezeichnend, dass Plakate wie diejenigen von Hans Erni oder Cele nr Piatti, wenngleich beide Künstler ihren Zenit als Plakatschaffende btfir: überschritten haben, noch immer wegen ihrer ausgewogenen uncle, konnten Ausführung auffallen. Die Zürcher Polizeibehörde war abt erfolgreich mit einer Serie direkter Schwarzweissplakate, deren Wirliia mit lobenswert einfachen Mitteln erreicht wurde. Die gute Photograj.ie. ob sie nun Jeans oder Lagerapfel anpreist, ist weit haufiger vertrete.ils die geschmackvolle Graphik, wie sie beispielsweise das Plakat fü|ie Olma St. Gallen oder das Knirps-Plakat von Balz Baechi aufweist. Pierre Restany spricht von einer Spaltung im modernen Plakatwen. Seiner Meinung nach neigt das schone Plakat dazu, seine werbde Funktion zu verfehlen, wahrend dem werbewirksamen Plakat die Sein heit meist abgeht. Dann aber gehen beide am Ziel vorbei. Dem wirkk erfolgreichen Plakat obliegt es, asthetische Wirkungskraft und peijkt gesteuerte Informationsübermittlung zu vereinen. Die Vergangerjat kannte viele Beispiele dieser Art, und einzelne kommen auch heute irh zustande. Dies ist meistens dann der Fall, wenn der Entwerfer oder F> tograph freie Hand bei der Gestaltung seines Konzepts hat und der jf- traggeber darauf vertraut, dass der Kommunikationsfluss zwischen fin. Künstler und dem Konsumenten zustande kommt. Dies ist an sich'ir nicht so schwierig, denn die besten Plakate sind oft die einfachsten Glücklicherweise gibt es noch Auftraggeber, die die Bedeutung ar künstlerischen Ausdrucksweise erkennen und den Geschmack |d Scharfsinn des Publikums nicht unterschatzen. Einen Höhepunkt'.-r Produktion 1972 stellt Georg Gersters Serie mit den nahezu abstraön Luftaufnahmen für die Swissair dar. Die Gesellschaft stellt sich d.1 willig in den Hintergrund, um sich aus neuer Perspektive im Glanz ar Schönheit zu sonnen, die Gerster auf seinen Streifzügen durch die L :e eingefangen hat. AFFICHES SUISSES 1972 [Suite de la page 503] années, la Suisse a succombé a l'envahissement de la scène affichiste par les méthodes publicitaires a l'américaine. Les jours insignes de 1 affiche d'artiste sont révolus. La compétition est féroce, la pression omniprésente, et la loi de la jungle veut que les derniers soient dévorés. On ne saurait dire que cette situation ait fait beaucoup de bien a l'affiche suisse. L'éditeur de la présente revue a opéré une première sélection d'une cinquantaine d'affiches parmi les quelque 600 qui constituent la moisson de cette année. II y en a peut-être une centaine d'autres qui 532 méritent quelque attention. Quant au reste, la plupart sont tellerrit médiocres, tellement dépourvues d'aucune finition graphique ou d'au.n levain d'originalité qu'elles ne méritent même pas un second coup d'i. Tout au bas de l'échelle, dans l'obscurité presque totale, sourcit des chants publicitaires et graphiques ridiculement emphatiques. «P»e que le printemps est la»voila le joyau qu'a poli le rédacteur d'un gr:d magasin, et l'artiste l'a vaillamment secondé en projetant un ramu fleuri sur un fond - extase - rose foncé. Ce n'est pas tout: il sft

Graphis de | 1973 | | page 98