ga Seine Theorien führten ihn in den Bereich der Gestaltspsychologie, :dioft seine eigenen Entdeckungen bestatigte. Ir hat sich nie auf geistlos repetierende Arbeit an isolierten Proble em zurückgezogen, sondern ist immer weit umhergestreift. Seine Stu- di: können deshalb in mehrere Phasen eingeteilt werden: In den frühen ie. Jahren beschaftigte er sich mit dem flou, dem unscharfen Bild; sper setzte er sich mit Verzerrungen, mit Moiré, mit Mustern ausein- ar,:r, die den optischen Spannungsanalysen der Technik ahneln; in de óoern untersuchte er Modularrepetitionen, schliesslich periodische Stkturen; 1969 begann er eine Serie von Psychoplastiken, wahrend er see jüngsten Arbeiten, die wahrgenommene und imaginierte Form m inander konfrontieren, «Isoplastiken» nennt. Manchmal wird gegen Op Art und Konkrete Kunst, vor allem in deren systematischen und von Computern unterstützten Teilbereichen, der Vorwurf erhoben, dass es sich dabei eigentlich nur um mechanische Spielereien, sterilen Zeitvertreib handle, die niemals dazu beitragen wer den, die höheren Erfahrungen des menschlichen Geistes auszudrucken. Grignanis Produktionen widerlegen diese Behauptung auf dreifache Weise: Sie dienen einem nützlichen Zweck, weil sie unser psychologi- sches Verstandnis der Wahrnehmungsfunktionen erweitern; sie haben ihren praktischen Nutzen in der harten Schule der Werbegraphik er- wiesen; und - was vielleicht am wichtigsten ist - sie sind sehr einprag- sam und haben ein grosses Mass dessen, was man als intellektuelle Schönheit bezeichnen kann. 375

Graphis de | 1976 | | page 69