auf schwarzweisse Strichzeichnung beschrankte, verzichtete er auf alle Schnorkel, erzeugte Spannung im Schwarzweisskontrast, deformierte seine Protagonisten und erfand eine eigene, zerrspiegelahnliche Per- spektive. Man bot ihm jetzt in Zeitschriften ganze Seiten an und behandelte ihn als den Autoren der Textbeitrage ebenbürtig. Czeczot machte auch weiterhin Buchillustrationen, und zu seinem Glück wurde die aus der Tschechoslowakei stammende Literatur Anfang der 7oer Jahre besser. Im kurzen, aber fruchtbaren «Prager Frühling» tauchten neue Namen wie Hrabal und Kundera auf, deren Botschaft Czeczots Herzen nahestand: die Schilderung vom Leben und Kampf des kleinen Mannes, der sich vom Rad der Geschichte in Ideen und Traumen überrollt fühlt und zum Opfer eines grauen, unhero- ischen Alltags in einer bedrückenden Gesellschaftsordnung wird. Es folgten bald Bande seiner eigenen Zeichnungen, die jene spezkje Strömung mitteleuropaischer Imagination bereicherten, die man vH Kafka über Bruno Schulz bis zu Zeitgenossen wie dem Filmemacir Milos Forman oder dem Collage-Künstler Jiri Kolar verfolgen kaï Seine Bücher verkauften sich schnell und füllten eine wichtige Lückei der stark zensierten Welt der polnischen Kultur. Die politische Dimension eines Einzelnen, der im Kampf mit ein i sterilen System etwas von seiner Menschlichkeit bewahren will, t nicht der einzige Aspekt von Czeczots Werk. Man spürt dort übe: 1 seine Lebenslust, seine fröhliche Behandlung des Themas Sex, sein manchmal rabelaishaften Gusto. Sein Humor ist gelegentlich tumultfl 24

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